Fotograf Axel Burgheim hielt Vortrag über Alaska

Fotograf Axel Burgheim hielt Vortrag über Alaska

Gebannte Stille. Auf der Leinwand in der Aula der Realschule ist der gewaltige Fußabdruck eines Bären zu sehen. Den hat Axel Burgheim in seiner Wahlheimat Alaska fotografiert und als kleines Dia mit in die Käthe-Kollwitz-Realschule gebracht. Der Fotograf, der mit einer Frau aus dem Inuit-Stamm verheiratet ist, möchte an diesem Vormittag den Schülern und Schülerinnen etwas über Kolonialisierung und Umweltzerstörung in Nordamerika erzählen.
Was der 55-Jährige Naturmensch allerdings bot, unterschied sich deutlich von einem herkömmlichen Lichtbildvortrag. Die Neun- und Zehntklässler honorierten das durch konzentriertes Zuhören – zwei Stunden lang.
Er biete keine Abenteuerromantik, stellte der Fotograf klar. Fast im Kontrast dazu standen jedoch die Naturaufnahmen, die Burgheim selbst angefertigt hatte: Bilder vom Yukon-River, von mannsgroßen Lachsen, Weißkopfadlern und Braunbären-Familien, sowie badenden Elchkälbern im Frühjahr. Und dann kommt doch der Abenteurer zum Vorschein, als er von seinen Begegnung mit Grizzly-Bären erzählte: „Stellt euch einen heranrauschenden ICE-Zug vor, dann wisst ihr, wie das ist!“
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ur durch direkten Kontakt mit der Natur, durch das besondere Gefühl, könne man erfahren, was durch die Entfremdung verloren gehe. Allerdings, so Burgheim, sei dazu gar keine Umweltzerstörung „nötig“: Videospiele und Computer stellen seiner Auffassung nach eine ähnliche Bedrohung dar. Denn bei jenen „virtuellen Welten“, so der Naturliebhaber, handele es sich ebenfalls um eine Art der Kolonisierung. Jugendliche würden heutzutage ähnlich unmündig gemacht wie früher die Eingeborenen Amerikas mit Alkohol.
Im Laufe seines Vortrages ging er auch immer wieder auf die aktuelle politische Situation in den USA ein und Kanada ein. So konnte er aus erster Hand über die Auswirkungen von Entscheidungen des aktuellen Präsidenten für Umwelt und Bewohner Alaskas berichten. Nicht unerwähnt wollte Burgheim auch die Entschuldigung des kanadischen Ministerpräsidenten für den fast unmenschlichen Umgang mit den Ureinwohnern Alaskas, den Inuit, lassen. Dann packte der Gast aus Alaska Bilder aus und berichtete von Bärenspuren und Bärenarten.
Dazu erzählte er über eigene Begegnungen mit den großen Tieren. Die Schüler bekamen dabei auch die Gelegenheit sich eine Bärenkralle etwas genauer anzusehen. Bereitwillig ging der gebürtige Hamburger dabei auch auf Fragen ein.
Gegen Ende hatte er noch einige gebräuchliche Lehnwörter aus der Inuit-Sprache auf Lager und begeisterte die Schüler noch mit einer kleinen Vorführung der "olympischen Spiele der Inuit".
Burgheim, offenbar gerührt über die ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit, lud die Schüler am Ende seines Vortrags ein, ihn doch einmal in Alaska zu besuchen. Ein Angebot, das offenbar gerne angenommen würde: gleich mehrere Schüler besorgten sich zumindest seine E-Mail-Adresse.